Kommen wir nun aber zum Geschehen auf den 64 Feldern: Fast genau um halb Acht konnten unser Vorstand Peter Lingl sowie Martin Killmann, unser Turnierleiter, die Partien der ersten Runde freigeben. Diese waren dann eine glasklare Angelegenheit und hatten – rein ergebnistechnisch – Ausmaße eines Simultanturniers. Die mitunter turmhohen Favoriten hangelten sich von Sieg zu Sieg und konnten am Ende eine Bilanz von 32½ : 2½ in die Geschichtsbücher eingravieren. 

 

Einzig in vier Partien konnten die Underdogs zu Punkten kommen: An den Brettern zwei und vier mussten gleich mal zwei Turnierfavoriten einen ersten herben Dämpfer hinnehmen, von dem sie sich im weiteren Verlauf nicht mehr entscheidend erholen sollten.

 

Nese Albayrak (1615, Noris-Tarrasch) knüpfte an ihre starke Leistung aus dem Vorjahr an und entriss Daniel Malkiel (2154, Bindlach) einen halben Punkt. Zwar konnte sie sogar einen Mehrbauern aus der gegnerischen Stellung schütteln, ein wirklicher Gewinnweg war dennoch nicht in Sicht. 

 

  

 

Im Gegensatz zu Peter Weißmann (1611, Fürth), der gegen FM Reiner Heimrath (2178, Noris-Tarrasch) mit dem entfernten a-Freibauern durchaus Siegchancen besaß – in der nachfolgenden Schlussstellung einigte man sich in beidseitiger Zeitnot allerdings auf einen Friedensschluss: 

 

  

 

In der Partie Ternes (1231, Sulzbach-Rosenberg) vs. Schlötterer (1810, Zabo-Eintracht) gelang dann sogar der ganz große Wurf eines Außenseiters: Dass da kein gewöhnlicher 1200er am Brett saß, konnte man zwar bereits an der extrem abgezockten Spielweise erkennen, spätestens im weiteren Turnierverlauf herrschte dann aber Gewissheit (3 Punkte, 19. Platz!). Die Partie gibt es hier in voller Länge:

 

 

Mit einer Reklamation endete dann der erste Turniertag: In der Partie Malz-Klein entschied sich der hauseigene Rainer Klein in der zweiten Zeitnotphase den Schiedsrichter zu aktivieren und auf dreifache Stellungswiederholung zu reklamieren. Das stelle sich dann auch als berechtigt heraus und die Partie wurde mit einer Punkteteilung abgestempelt. Allerdings hätte der zuletzt vor gut drei Jahrzehnten aktive Bernhard Malz dem Treiben neue Spannung verleihen können, hätte er in der nachfolgenden Stellung nicht zum dritten Mal die Züge wiederholt:

 

  

 

Nach 46. a7 wäre Schwarz gezwungen gewesen, mit 46. … Sb5+ und 47. … Sxa7 den Springer für den entlaufenen Freibauern zu opfern. Allerdings fallen auch die weißen Bauern wie die Fliegen und somit wäre der Gewinnweg nicht ganz einfach geworden (zumal in akuter Zeitnot).

 

Im weiteren Verlauf beschäftigen wir uns mit weniger unausgeglichenen Paarungen und dem Kampf um den Turniersieg…